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Aufruf an Betroffene (02.07.2022) Download >>>>

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gemeinde,
viele Menschen sind dem im Februar 2019 verstorbenen Pfarrer Msgr. P. bis heute für seinen seelsorglichen Dienst dankbar. Er war von Februar 1966 bis März 1971 als Kaplan an Herz Jesu in Euskirchen tätig. Uns ist sehr bewusst, dass der nachfolgende Aufruf viele Menschen erschrecken und verunsichern wird:

Wir müssen Ihnen heute mitteilen, dass Pfarrer P. beschuldigt wird, einen schutzbedürftigen Erwachsenen in den 70er-Jahren sexuell missbraucht zu haben. Die betroffene Person hatte sich im Jahr 2012 an das Erzbistum Köln gewandt, woraufhin seitens des Erzbistums ein Verfahren eingeleitet und das Ergebnis der durchgeführten Untersuchung der Glaubenskongregation in Rom übermittelt wurde. Im laufe des Verfahrens konnte aufgrund fehlender Erinnerung der betroffenen Person nicht abschließend geklärt werden, ob sie zum Tatzeitpunkt das18. Lebensjahr bereits vollendet hatte. Da die Person aber im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses für Pfarrer P. tätig war, handelte es sich in jedem Falle um einen schutzbedürftigen Erwachsenen.

Da sich der Vorwurf im Rahmen der Untersuchung teilweise bestätigte, erteilte Kardinal Joachim Meisner Pfarrer P. im Februar 2014 einen Verweis und erlegte ihm eine Geldstrafe auf. Zusätzlich wurde P., der sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Ruhestand befand, der Kontakt mit Minderjährigen ohne Anwesenheit weiterer erwachsener Personen verboten.

Im Rahmen der Aufarbeitung des Erzbistums Köln wurde der Fall im Jahr 2018 der zuständigen Staatsanwaltschaft nachgemeldet, welche aufgrund bereits eingetretener Verjährung keine Ermittlungen aufnahm. Im Jahr 2021 ergaben sich Hinweise auf mögliche weitere Betroffene, welchen die Stabsstelle Intervention nachgegangen ist. Da P. zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war und seine Tätigkeit sich weit über das Erzbistum Köln hinaus erstreckte, wiesen die notwendigen Recherchen eine hohe Komplexität auf.

Nach Abschluss der Recherchen wird nun die Öffentlichkeit informiert und es erfolgen im Zeitraum vom 02.07.2022 bis zum 10.07.2022 Aufrufe an mögliche, bisher unbekannte Betroffene an allen ehemaligen Einsatzorten von Pfarrer P.
 
Sexueller Missbrauch ist ein Verbrechen, dessen Folgen die Betroffenen oft ein Leben lang beeinträchtigen bzw. begleiten. Die Klärung und konsequente Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs ebenso wie die Unterstützung und Begleitung von Betroffenen sind daher ein wichtiges und zentrales Anliegen des Erzbistums Köln. Allen Hinweisen und Verdachtsfällen gehen wir im Rahmen unserer Mög lieh keiten nach, selbst dann, wenn die Beschuldigten bzw. Verdächtigten bereits verstorben sind. In solchen Fällen überprüfen wir sorgfältig potenziell relevante Unterlagen und verfolgen mögliche Spuren. In Einzelfällen ist es darüber hinaus erforderlich, weitere Informationen und Erkenntnisse zu gewinnen. Dann bitten wir die Öffentlichkeit um Unterstützung.
 
Wir sind uns bewusst, dass eine solche Mitteilung immer auch Unsicherheit, Wut und Trauer bei den Beteiligten auslösen kann. Dennoch sind wir es den Betroffenen von sexualisierter Gewalt schuldig, allen Hinweisen nachzugehen und den jeweiligen Sachverhalt möglichst umfänglich zu klären. Deshalb bitten wir auch Sie um Unterstützung bei der notwendigen Aufklärung.
 
Die Stabsstelle Intervention, die im Erzbistum Köln für die Bearbeitung und Aufklärung von Missbrauchsfällen zuständig ist, ermutigt und bittet Betroffene und/ oder Zeugen, die im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch durch den verstorbenen Pfarrer P. stehen, ausdrücklich, sich an die unten genannten externenAnsprechpersonen für Betroffene von sexuellem Missbrauch zu wenden. Selbstverständlich steht Ihnen in diesem Zusammenhang auch das Team der Stabsstelle Intervention für Anfragen oder Mitteilungen zur Verfügung. Bitte machen Sie auch Freunde und Bekannte auf diesen wichtigen Aufruf aufmerksam.
 
Wir danken Ihnen für Ihre Mithilfel
Unsere Gedanken sind bei jeglichen Aufklärungsarbeiten stets bei allen Betroffenen von sexuellem Missbrauch.

Köln, den 02.07.2022 Malwine Raeder
Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln
 
Ansprechpersonen im Erzbistum Köln für Betroffene von sexuellem Missbrauch
Frau Tatjana Siepe
Tel.: 0172 290 1248
 
HerrPeter Binot
Tel.: 0172 290 1534
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Hopmann Tobias 2021 jacobsStatement von Pfr. Tobias Hopmann (Februar 2022)

In den letzten Tagen ging es nach der Veröffentlichung des Gutachtens des Erzbistums München und Freising in vielen Gesprächen, die ich geführt habe, wieder um das Thema „Sexueller Missbrauch“. Beispielsweise denke ich an einen älteren Herrn, der regelmäßig unsere Gottesdienste besucht und sich in der Gemeinde engagiert. Bei einem Besuch im Pastoralbüro ist er in Tränen ausgebrochen vor Unverständnis, Trauer und Entsetzen, dass solche Verbrechen in der Katholischen Kirche passieren konnten. Die Reaktionen dieses Mannes sind auch meine. Auch bei mir lösen die immer neuen Berichte Fassungslosigkeit, Entsetzen, Ekel und Wut aus! Lassen Sie es mich ganz deutlich sagen: Missbrauch von Kindern und Jugendlichen darf niemals akzeptiert, beschönigt oder vertuscht werden - schon gar nicht in der Kirche! Und Priester, die sich an Kindern und Jugendlichen vergehen, sind Verbrecher, die das Vertrauen, das ihnen geschenkt wurde, aufs schändlichste missbraucht und damit vor allem den Betroffenen, aber auch der Kirche und allen Gläubigen schwersten Schaden zugefügt haben!

Die Frage, die mich als leitender Pfarrer in Euskirchen umtreibt, ist: Tun wir hier genug, um alles, was vielleicht bei uns in der Vergangenheit passiert ist, ans Licht zu holen? Und tun wir hier genug, um Missbrauch in unseren Pfarreien möglichst zu verhindern? Ich bin dankbar, dass sich hier in den letzten Jahren schon viel getan hat. So denke ich z.B. an die vielen Präventionsschulungen, die die Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und viele Ehrenamtliche gemacht haben und die zu einer Sensibilisierung geführt haben und uns so noch genauer hinschauen lassen. Aber wir werden noch konsequenter werden! Als Ihr leitender Pfarrer verspreche ich Ihnen: Wir werden hier nicht ruhen und alles in unserer Kraftstehende tun, um solche schrecklichen Verbrechen nach Möglichkeit zu verhindern und eventuelle, noch unbekannte Vorfälle aus der Vergangenheit, zu verfolgen.

Daher bitte ich Sie alle von ganzem Herzen: Bitte melden Sie sich bei uns, wenn Sie von Vorfällen aus der Vergangenheit wissen oder sogar selbst betroffen waren. Und scheuen Sie sich bitte auch nicht, uns unverzüglich mitzuteilen, wenn Sie zweifelhafte Situationen erleben – selbst wenn es sich bei Ihnen nur um ein Bauchgefühl handelt. Jeder Missbrauch, der durch unser gemeinsames Hinschauen und Handeln verhindert werden kann, rechtfertigt alle Anstrengungen.

Ihr Pastor Tobias Hopmann, Leitender Pfarrer

Ihre Ansprechpartner Pastorale Einheit Euskirchen

Pfr. Tobias Hopmann, Leitender Pfarrer
tobias.hopmann (at) katholisch-eu.de

Präventionsbeauftragte:

jacobs2010Diakon Werner Jacobs
Tel. 0170 932 97 33
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

 

Prez Prez Jos 2021 JacobsPfr. José Pérez Pérez
Tel. 0170 933 68 50
Mail: jose.perez-perez (at) katholisch-eu.de

 

 

 

 

Keulertz Thomas 2021 jacobsGemeindereferent Thomas Keulertz
Tel. 0170 933 03 48
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

 


Logo Erzbistum Kln

Zudem finden Sie hier die Kontaktdaten der Ansprechpartner des Erzbistums Köln für Betroffene.

 


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Augen auf - hinsehen & schützen
Kultur der Achtsamkeit

Seit bekannt werden der Missbrauchsfälle im Jahr 2010 hat die katholische Kirche die Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt intensiviert.

Durch die 2013 überarbeiteten Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch und die Rahmenordnung Prävention der Deutschen Bischofskonferenz ist für die katholische Kirche in Deutschland eine einheitliche Grundlage geschaffen worden. Diese wird stetig weiterentwickelt.

Prävention sexualisierter Gewalt ist zum integralen Bestandteil der kirchlichen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen geworden.

Kirche soll für Kinder und Jugendliche ein geschützter Raum sein, in dem sie sich sicher fühlen und sich gesund entwickeln können. Dafür setzen wir uns auch hier in der Stadtpfarrei St. Martin in Euskirchen ein. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende haben Schulungen mitgemacht, in denen das eigene Verhalten im Umgang mit Heranwachsenden behandelt wurde. Darüber hinaus wurden Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Kindern und Jugendlichen, die Gewalterfahrungen gemacht haben, in angemessener Weise begegnet werden kann. Alle Teilnehmer/innen haben eine schriftliche Selbstverpflichtungserklärung abgegeben.

Wenn Sie dennoch einen konkreten Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch eine/n Mitarbeiter/in haben oder selbst Opfer von sexualisierter Gewalt durch eine/n Mitarbeiter/in der Gemeinde St. Martin geworden sind, können Sie sich direkt an Diakon Werner Jacobs, der strenge Vertraulichkeit zusichert, wenden:

Präventionsbeauftragter im Sendungsraum St. Martin-Bleibach/Hardt

Diakon Werner Jacobs

Tel. 0 22 51/14 65 47

Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!